
Transpersonale Psychotherapie (TP)
Transpersonale Psychotherapie (TP) basiert auf der Einsicht, daß menschliche Konflikte einer der Psyche eigenen Dynamik entspringen, sich selbst zu heilen. Aus diesem Grunde bemüht sich TP darum, transformative Prozesse in all ihren Formen zu unterstützen, zu induzieren und zu fördern. TP vermeidet es, diese Prozesse zu pathologisieren oder zu marginalisieren nur weil die Erscheinungsform mancher Erlebnisse von Menschen in Transformationsphasen nicht in gesellschaftlich vorherrschende Normen passt.
TP erkennt an, daß Menschen jenseits ihrer rein biographischen Geschichte - dem Bereich der in gewöhnlichen Psychotherapieformen verhandelt wird - auch von perinatalen und transpersonalen Erfahrungsstrukturen geprägt sind.
Die spezifischen Umstände unter denen eine Person zur Welt kommt (perinatal = die Geburt betreffend) beeinflussen auf sehr tiefer Ebene ihre Fähigkeit oder auch Unfähigkeit mit später im Leben auftauchenden Erlebnissen zurecht zu kommen. Das gleiche gilt für die Art und Weise wie ein Mensch mit transpersonalen Erfahrungen umgeht - z.B. mit mystischen Erlebnissen - welche die Grenzen des alltäglichen Selbstverständnisses weit überschreiten.
TP hat demonstriert, daß die Aufarbeitung und Heilung biographischer Prägungen, so wie sie in gewöhnlicher Psychotherapie durchgeführt wird, für viele Menschen unbefriedigend und manchmal auch entwürdigend ist, weil sie nicht ausreicht um interne und externe Konflikte sinnvoll, umfassend und in stärkender Weise zu bearbeiten. Was notwendig ist um mit den größeren Fragen des Lebens zurecht zu kommen, ist sowohl das Einbeziehen von Vorgängen im Zusammenhang mit der eigenen Geburt (perinatale Prägungen), als auch eine Öffnung und Wertschätzung der transpersonalen Dimensionen der Psyche.
Alte und gegenwärtige Heiltraditionen würdigen das Erleben veränderter Bewußtseinszustände als Weg zu Heilung und Ganzheit und haben das heilige Wissen zur Erlangung dieser Zustände an uns weitergegeben. Sie fördern die Entdeckung und Transformation mythologischer und kollektiver Schichten der menschlichen Seele. Was gewöhnlich beim Navigieren dieser Dimensionen immer stärker zum Vorschein kommt ist die Sehnsucht nach dem Göttlichen, nach der Erfahrung zu einem größeren Ganzen gehören zu wollen.
Die Methoden, die zur Induzierung erweiterter Bewußtseinszustände benutzt wurden und werden unterscheiden sich kulturell, historisch, und bevölkerungsspezifisch. Am bekanntesten sind Fasten, Meditation, die bewußte Beeinflussung des Atems, Trommeln, der Gebrauch bewußtseinserweiternder Pflanzen und Substanzen ("Entheogene"), Musik etc.
Ein altes Sprichwort sagt:
Wer den anderen kennt ist ein Gelehrter;
Wer sich selbst kennt ist weise.
Wer andere besiegt hat Macht;
Wer sich selbst besiegt ist stark.
TP betont die Eigenverantwortung jedes Menschen, die je individuellen Transformationsprozesse und die eigene Heilung bewußt zu fördern, denn diese Selbstverantwortung wirkt sich positiv auf die kollektive Heilung des Planeten aus.
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